Review Fachtag 48: Content Marketing IST Langstrecke

Content Marketing IST Langstrecke für Kommunikatoren in Unternehmen. Das ist das Resumee von zwei Tagen Web Excellence Konferenz in der VIP-Lounge des Leverkusener Stadions. Unser Rückblick auf zwei exzellente Tage wimmelt nur so von sportlichen Metaphern. Im Schweinsgalopp folgen hier alle spielentscheidenden Szenen aus Halbzeit 1 und 2.

Doch zuvor geht ein ganz großer Dank an unseren Gastgeber, die Digitalkommunikation von Covestro. Sowohl der Rahmen, als auch der Spirit und besonders die Covestro Programmbeiträge waren grandios, vielen Dank dafür!

Der 48ste Fachtag gewinnt 87 zu Null

Covestros Höchstleistung haben auch die ca 50 Gäste aus 2 Dutzend Unternehmen gewürdigt. Nach ihrer Bewertung lag dieser Fachtag nur knapp unter unserem Allzeithoch. Schwache Performance dagegen müssen wir allen NRW-Verkehrsministern der letzten Dekaden attestieren. So viel Stau war noch nie unter den Teilnehmern. Das mit der „Langstrecke“ hatten wir eigentlich anders gedacht. Rheinland, da muss mehr Zug rein!

Lieber Herr Meijer, sportlicher Ehrgeiz in Ehren, aber im Content Marketing sehen wir das ANDERS.

Strategie – Langstrecke braucht gute Ziele

Matthias Poth, Covestros Kommunikationschef, eröffnete und zeigte, wie wichtig es ist, zu Beginn die richtigen Ziele zu setzen. Nicht ganz einfach, denn Content Marketing ist ein Marathon, bei dem man auch Tore schießen muss. Schiefe Sprachbilder, wie dieses eben, sind auf der Langstrecke verzeihlich, nicht aber das Zurücklassen der eigenen Mitarbeiter. „Wer Grenzen verschieben will, wie wir, der muss alle Mitarbeiter aktivieren“. Diese glasklare Vorgabe an die eigene Führung wurde auch umgesetzt. Ergebnis sind zwei Guiness-Weltrekorde, die Covestro-Teams gleich zum Start der neuen Marke auf die Beine stellten.

Implementierung – nur wer loopt, gewinnt

Wie lang und gut geplant die Trainings- und Anlaufphase für den Content Marketing Marathon sein muss, präsentierte darauf Maren Krämer, Lead Content Marketing bei Covestro. Ihr „Boot Camp“, war keine Felix-Magath-Medizinball-Trainingshölle, sondern ein beeindruckend vollständiger Einblick in die eigene organisatorische Werkzeugkiste. Vom Prozessmodel Content Marketing Loop bis zum internen Collaboration Network. Wer so gut vorbereitet, geerdet und klar fokussiert ins Rennen geht, der wird sicher ganz vorne mitlaufen. Wir dürfen gespannt sein auf Covestro Content Marketing in 2019!

Benchmarking – kurze Einwechslungen zahlen sich aus

Den Rekord für den kürzesten Auftritt in der Bay Arena stellte danach .companions Justus Hug auf. Heim- oder Auswärtsspieler? Egal, ganze 15 Minuten brauchte er, um in den Kommentarspalten der anwesenden Digitalverantwortlichen ein „bester Vortrag“ auszulösen. Dabei präsentierte er nur 6 KPI mit Rankings. Die allerdings hatten es in sich. Es waren einfache und darum handlungsrelevante Wegmarken für Marathonläufer aller Klassen, auf allen Plattformen, ob Website, LinkedIn oder Instagram.

Collaboration – Teamgeist freisetzen, ist kein Doping

Teamgeist ist nicht nur ein WM-Fußball, der übrigens mit Covestro Spezialbeschichtungen besser fliegt und federt. Teamgeist setzt auch Energien frei, die das Langlaufen leichter machen. Aber wie findet man ihn über Konzern-Silos hinweg? Das zeigten Janine Langlotz und Sebastian Kohlberg von Bayer live on stage. In ihrem Beitrag zur internen Kommunikationsmethode Work out Loud. Das systematische „outen“ der eigenen Fragen und Herausforderungen über interne Social Networks ist ein wichtiger Schlüssel, um Mitstreiter für den eigenen Weg zu finden.

 

Collaboration – ohne Standards kein Speed

Wie man Zusammenarbeit umsetzt, zeigten Andreas Voss und Fabian Radix von Air Liquide auf beeindruckend praktische Weise. Sie nahmen das gesamte Forum kurzerhand mit auf einen realen Ausflug in ihren eigenen digitalen Krisenraum.  Learning: gemeinsame offene Tools beschleunigen immens, wenn man denn radikal einfache Prozesse hat, sowie Verantwortliche, die so gut führen, dass alles es lieben, wenn jemand „die Peitsche schwingt“.

Collaboration – noch mehr Speed mit Open Source

Nicht live, sondern per Video ging es danach mitten rein in den Content Marketing Workflow der Deutschen Bank. Jens Tangemann zeigte die eigene Work-Suite. Beeindruckend einfach und umfassend. Eine wichtige Inspiration für die Hälfte der Anwesenden, allesamt auf der Suche nach Prozessunterstützung für ihren „Newsroom“ oder „Campaign Room“  Sie konnten sehen, wie gut ein Tool das Finden guter Themen, das Planen, vor allem aber das, Achtung Fußballmetapher, flexible Verschieben der Posts im Raum zwischen den Silos unterstützen kann.

Tech Trends – die Zukunft bleibt stark verändert aber irgendwie unklar

Zum Abschluss der ersten Programmtages schickten zwei Referenten den Fachtag in die Zeitmaschine und gaben Ausblicke auf das, was da kommt. Armin Sieber zeigte, wie aus dem Auto schon heute und erst recht morgen eine rollende digitale Medienmaschine wird. Und Sven Krüger ex-CMO von T-Systems, ließ zunächst ganz viel heiße Luft aus dem Hyperhype-Thema „künstliche Intelligenz“, nur um zu zeigen, wie groß und machtvoll die Veränderungen sein werden, die es auch bei nüchternem Blick auslösen wird.

Kreative Pausen –  wichtig, unverzichtbar!

Abschließend Besuch des heiligen Rasens, darüber ein schickes Hartplastikdach von, logisch, Covestro, sowie Besichtigung des Lukas-Podolski-Gedächtnis-Tresors in der Gästekabine. Das sagenumwobene Kabinen-Behältnis soll ein wiederholtes ungeklärtes Verschwinden einer erklecklichen Summe privaten Kölner Bargeldes aus einer Leverkusener Kabine verhindern. Dazu müsste die Vereinsfusion aus Nord-Bonn allerdings erst einmal wieder aufsteigen…

Kampagnentracking:  druckvolles Pressing hilft Tore schießen

Die zweite Halbzeit begann mit einer zwingenden taktischen Umstellung. Michael Heine und Jan Schoenmakers zeigten am Beispiel der Analyse der öffentlichen Gespräche zur Consumer Electronics Show nicht nur, wie Monitoring-Tools vorne im Sturm wirklich handlungsrelevante Kampagnen KPI liefern, sondern auch wie im defensiven Mittelfeld Dashboards helfen, hinten dicht zu machen, indem sie Output- und Outcome-KPI gemeinsam abbilden. Ich sehe, was ich tue und ich sehe, ob es wirkt. So einfach kann auch Content Marketing sein.

Social Media Power – Laute CEOs schaffen Räume, die man nutzen kann

Was es im echten Leben bedeutet, in Social Media die Positionierung von Siemens und Joe Kaeser zu unterstützen, das verdeutlichten Flavia Negwer und Fanny Schlutius in einem vorbildlich dialogischen Beitrag. Der halbe Saal diskutierte mit, super!

Räume nutzen –  das Xing-Ding kann auch Tore schießen

Geplant war, nachträglich kann der Kurator es ja offenlegen, eigentlich ein verdeckter Nahkampf. Xing gegen LinkedIn auf offener Bühne. Dass daraus nicht wurde, lag nicht an Jennifer Lachmann. Die Xing Chefredakteurin sagte nichtwie ihr Gegenüber kurzfristig ab redete sehr spannenden Klartext. Allein, die Gegnerin fehlte wegen Absage. LinkedIn, du bleibst auf unserer Liste.

Das Beste zum Schluss – Markus Brandl rockt das Stadion!

Dass Markus Brandl, Social Media Ghostbuster bei Bayer, für seinen Vortrag (war es nicht eher eine Performance?) die beste Bewertung aller Referenten bekommt, das war allen klar, die dabei waren. Er legte einfach ALLES, was er hatte, in die Waagschale. Der Saal staunte wie Brandl brannte, als er sein Herzensthema vorantrieb. Doch es ist möglich, den grossen Gesellschaftszerleger Social Media so nutzen, dass er Frieden, Glück und Fortschritt stiftet. So viel leidenschaftlicher und sehr persönlicher Einsatz wurde belohnt. Markus wurde mit grandiosen 98 von 100 Punkten zum „Man of the Match“ dieses WebXF Fachtages gewählt. Seine Analyse der Algorithmen-Logik und die Erfolge seiner offenen Troll-Therapiepraxis waren bestechend. Ein fantastischer Abschluss, ein großes Spezialdankeschön!