Review Fachtag 49: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.

 „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser? Neue Grundlagen für digitale Exzellenz“ – das war das Motto unseres 49. Web Excellence-Forums in Frankfurt. Hier das Resümee von zwei gelungenen Tagen mit fast 40 Unternehmensvertretern. Sie gaben ein herausragend gutes Feedback auf ein Programm aus praxisrelevanten Beiträgen, Diskussionen und spannende Ausblicke auf die Zukunft von Content, Marketing und interner Organisation: 88 von 100 Punkten!

Der Sommer in Frankfurt M. hat seine Vor- und Nachteile: Hitze und warme Winde stauen sich zwischen den Wolkenkratzern, die kühlsten Plätze in den Cafés sind belegt, am Main aber weht immer eine frische Brise. Und dreht man sich um, erhebt sich eine glitzernde Skyline, die passenderweise an einen volatilen Kursverlauf erinnert. Dagegen verlief unsere Konferenz, getreu ihrem Motto, ganz kontrolliert und vertraut. Das lag auch an den perfekten Tagungsbedingungen, ein großer Dank geht dafür an die Deutsche Bank, die es uns ermöglicht hat, diesen Fachtag auszurichten.

„Vertraue, aber prüfe nach“ – ein besseres Führungskonzept für Kommunikationsabteilungen

Bevor es losging, eine Richtigstellung: Nein, das Zitat „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.“ stammt nicht von Wladimir Iljitsch Lenin. Sicher zugeschrieben werden kann ihm nur die Verwendung des russischen Sprichwortes „Vertraue, aber prüfe nach“. Klares Ergebnis der Konferenz: Dies ist ein viel besser ausgewogener Beitrag zur Diskussion um neue Führungskonzepte in der Kommunikation.

Vertrauen prüfen – Reputationsmessung im Alltag

Start. Kommunikation in turbulenten Zeiten: Newsroom-Chef Ralf Drescher gab souveräne und transparente Einblicke in einen Kommunikations-Alltag mit täglicher Reputationsmessung. Sehr wertvoll die abschließende Diskussion, was diese Zielvorgabe für die Steuerung bedeutet und welche Rolle CEO und Unternehmensmarke dabei einnehmen.

Zahlen vertrauen – dazu müssen sie zuverlässig aber auch relevant sein

Und weiter ging es: Zahlen, bitte! Mit gewohnter Präzision verschaffte uns Justus Hug von .companion im Content Marketing Dashboard einen vertraulichen Überblick über die aktuellen Rankings und Benchmarks über alle Web- und Social-Kanäle der Unternehmen. Besonders spannend war der Ausblick auf unseren kommenden Standard: Web Excellence wird Performance je Content-Thema bzw. Kampagne ausweisen. Wir starten mit Hashtags.

 

Trust – Vertrauen schwindet und gewinnt darum an Wert

Ernst Primosch, Edelman GF, gab anhand des Trust Barometers umfassende und teilweise alarmierende Einblicke in das (schwindende) Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen. Die Erosion gilt für Politik, Medien, NGOs, nicht aber für die Unternehmen! Sein Fazit 1: Es besteht ein dringendes Bedürfnis nach gesellschaftlichem Wandel. Sein Fazit 2: Niemand steht so sehr in der Pflicht, es zu erfüllen, wie die Unternehmen, speziell die CEOs. Also, Kommunikatoren, bezieht Stellung in gesellschaftlichen Diskussionen und stoßt Veränderungen an!

 

Praxis – loslegen, loslassen und einfach mal Vertrauen in sich selbst.

Spannend ging es direkt weiter in die Praxisbeiträge. Mit einem Feuerwerk grandioser Social-Ideen („Ella Vader“) zeigte uns thyssenkrupp, dass es sich lohnt, unkonventionellen Ideen mit Mut zu begegnen, während Evonik uns einen wunderbar praxisnahen Blick in seine globale Social-Media-Toolbox präsentierte.

 

Krones führte uns sehr pragmatisch und überzeugend in die eigene „Content-Arena“, eine zentrale Organisation für Content und Marketing mit einem überraschend großen Team. Ein faszinierender Vortrag von Julia Leserer, klasse, das war echt „Hidden Champion“.

Abschließend ein sehr anregender Ausflug in das Themengebiet der Digitalen Währungen, 2 fantastische Kurzführungen im Städel-Museum und natürlich Networking – genauso wichtig wie der fachliche Austausch.

 

Gute Routinen – der einzige Anker für beides: Vertrauen und Kontrolle

Tag 2 startete mit einer spontanen Visite des DB-Newsrooms, „What’s the news in Singapore, Anna?“ Effizient und mit einem bewundernswerten Level an Professionalität konnten wir den Ablauf des Morning Briefings verfolgen. Vielen Dank an Jens Tangemann, Ralf Drescher und das ganze Team im Deutsche Bank Newsroom für diesen ausgesprochen inspirierenden Einblick!

KI – nur ihre Produzenten sind Vertrauen und Kontrolle nicht entzogen

Ethik, Algorithmen und KI – ein hochaktuelles Diskussionsthema, zu dem leider noch viel zu viel Unwissen existiert und leider auch jede Menge Unfug erzählt wird. Autos, die vorher entscheiden sollen, ob sie „Kind oder Oma totfahren sollen“ – obwohl kein Fahrer das jemals tut? AI-Algorithmen die „offengelegt werden sollen“ – obwohl alleine Facebook 80.000 von ihnen parallel betreibt? Dass solche Fragestellungen in die Irre führen, erklärte Prof. Dr. Hegelich von der TU München. Er zeigte eindrucksvoll anhand der programnmiertechnischen Basics, warum das Wesen von „KI“ darin besteht, eben NICHT mehr kontrollierbar zu sein. Weder menschlicher Intellekt noch Computer Clouds können nachvollziehen WARUM künstliche Intelligenzen entscheiden, wie sie entscheiden. Die ethischen Herausforderungen und Regulierungen müssen sich darum nicht auf die Programme von künstlicher Intelligenz beziehen, sondern auf ihre Programmierer, auf die Unternehmen und alle Akteure, die „KI“ entwickeln und einsetzen.

 

Dashboardalltag – mit 3 einfachen KPI zu mehr Steuerung

Die Deutsche Post DHL lieferte uns einen Zugang zu ihrer Datenpraxis mit einem Cockpit-Erfahrungsbericht. Wie man Erfolg von Kommunikation messbar macht? Michael Sellen verriet uns, wie er das Content Marketing Dashboard schrittweise in die Steuerungsdiskussionen und Führungsprozesse bei DPDHL einbindet. Und die Teilnehmer reagierten mit einer neuen Web Excellence Arbeitsgruppe: Führungsinstrumente für digitale Exzellenz“.

 

Die Bilanz dieses Fachtags

Ganz simpel: Für digitale Exzellenz ist Vertrauen die härteste Währung.