Rückblick Fachtag 46: Agilise. Hilfe, die Zukunft ist jetzt!

Besuche in strukturschwachen Gebieten wie Berlin sind mitunter lohnenswert. In der Sonderwirtschaftszone an der Spree (die 4 grössten Arbeitgeber: Krankenhäuser und Verkehrsbetriebe) haben nicht nur innovative Dienstleister (wie z.B. wir) sondern auch einflussreiche Redaktionen und Verbände ihren Sitz. Einer davon ist der Bundesverband deutscher Banken, fantastischer Gastgeber des 46. Web Excellence Fachtages. Hier ein hemmungslos subjektiver Rückblick.

Der BdB bot eine Top-Location in landschaftlich reizvoller Lage. Direkt neben Museumsinsel und eingemauerter, dezent duftender Spree, bot sie den anwesenden 50 Verantwortlichen für Digitalkommunikation hochinteressante Ausblicke.

Allerdings, man schaute nicht durch Fenster auf Baukräne und wagemutig planvolle Bauvorhaben auf Berliner Sumpf. Man blickte stattdessen direkt in Windows of Opportunity, auf provozierend nahe liegende Möglichkeiten, was getan werden kann, um bei der digitalen Transformation in der Kommunikationsabteilung tatsächlich Neues zu beginnen, eine digitale Zukunft zu starten, die ihren Namen verdient.

„Kommunikation am Scheideweg“

„Kommunikation am Scheideweg“, so leitete Christopher Storck seinen Vortrag zu „Unternehmenskommunikation 2025“ ein. Recht hatte er. Und alle Anwesenden verstanden: 2018 wird das Jahr gewesen sein, in dem die digitale Kommunikation alles werden konnte: Vorreiter oder gar Chef im digitalen Transformations-Ring, oder aber: abgehängter Redaktions-Pool und Systemverwalter. Was wollen wir?

Learning dieses Fachtages:

  1. Die Zukunft ist keine weit enfernte „Vision“, kein „Plan“, der richtig oder falsch sein kann.  Es gibt nur ein entschlossenes Ändern, jetzt, hier und heute, trotz oder gerade wegen der bekannten Widerstände in großen Organisationen.
  2. Keine persönliche Utopie haben, ist ganz sicher nicht hilfreich. Wer Änderung will, braucht einen Wunsch und ein Wollen, eine Kraft und eine Motivation, um sie SOFORT zu starten. In Kommunikationsabteilungen ist das möglich. Und 2018 ist das auch erforderlich. Für führende Rollen ist es sonst zu spät.
  3. Das „Agile“ sollte man auf sich selbst beziehen. Agilisiere dich selbst, sonst machen es andere.

Windows of Opportunity- was in der Digitalen Kommunikation alles möglich ist.

  • Ja, man kann Marketing und Unternehmenskommunikation auf gemeinsame Ziele verpflichten. Man muss ’nur‘ alle auf ein gemeinsames strategisches Framework einschwören.
    Dirk Popp, here.com
  • Ja, man kann digitale Kommunikation in einer „Konzern-Agentur“ so erfolgreich zentralisieren, dass man dabei besser wird und auch noch massiv Kosten spart. Man muss ’nur‘ ausreichend weitgehend umbauen und organisieren.
    Marcus Bilgeri, innogyC3
  • Ja, man kann Kommunikations-KPI so berichten, dass sie auch ohne Schulung verständlich und dennoch für die Praxis von Führungskräften und Redakteuren hoch relevant sind. Man muss ’nur‘ von API-Automatisierungs-Träumen Abschied nehmen und eine klug geplante Integration der Daten laufend  manuell unterstützen.
    Gesine Otto und Justus Hug, .companion
  • Ja, man kann innert einem Jahr das verknöcherte Intranet durch eine agile App ersetzen und so nicht nur alle „Blue Collars“ anbinden, sondern sie auch noch zu begeisterten Content-Produzenten machen. Man muss ’nur‘ Betriebsrat und IT dazu bringen, das nicht zu blockieren.
    Carsten Lukaßen, Viessmann
  • Ja, man kann auch souverän mit der DSGVO umgehen und sich darauf freuen, dass dieses Thema „nie mehr aufhört“. Man muss ’nur‘ eine eigene Haltung entwickeln – nach dem eigenen Studium der Gesetzestexte.
    Martin Aschoff, Agnitas
  • Ja, man kann davon ausgehen, dass in 7 Jahren mehr als 80% (!) aller digitalen Nachrichtenmeldungen von Text Bots geschrieben werden. Man muss ’nur‘ verstehen, wie das funktioniert und vor allem – wie man dann mit Quellen  umgeht.
    Wolfgang Zehrt, roboterjournalismus.com
  • Ja, man kann digitale Technologie sehr gewinnbringend für Kommunikation einsetzen. Man muss ’nur‘ verstehen, dass digitale Wertschöpfung wenig bis nichts mit Technologie zu tun hat. Es geht um die menschliche Fähigkeit, mit Kommunikation Beziehungen zu gestalten. Führung muss die Technologie mit Begeisterung, Ideen und Empathie zum Leben bringen.
    Jan Dietrich Müller, MAN

 Die Agenda mit Bewertung durch teilnehmende Digitalverantwortliche

Impressionen: zu Gast beim Bankenverband in Berlin